Und dann ist da noch…Yoga mit Heidi & Elena

Yoga. Für mich ein bisher doch sehr unerforschtes und unbekanntes Gebiet, um das ich einen großen Bogen gemacht habe. All die Über-Yogis mit Ihren langgestreckten, biegsamen Körpern, die gleichzeitig eine solche Eleganz und Ruhe ausstrahlen… Nö, so sehe ich beim Sport definitiv nicht aus. Schon gar nicht, wenn mein rechter Fuß hinter meinem linken Ohr liegt.
Durch einen Blogger-Workshop habe ich dann Heidi kennengelernt. Ein Yogi, die es direkt (und über Ihren Blog „Kurmasana“) schaffte, mich mitzureißen und zu denken: „Vielleicht sollte ich das mit dem kunstvollen Verbiegen doch mal testen!“
Was für ein Glück, dass Heidi – zusammen mit Ihrer gleichgesinnten Freundin Elena – jeden Freitag im Wechsel den Kurs „Power Vinyasa“ im Mamaspa anbietet.


Und so ließ ich es mir nicht nehmen und besuchte vergangenen Freitag den Kurs von Elena. Ich gelangte in einen gemütlichen Vorraum, der schon ein bisschen Yoga-Stimmung vermittelte. Ich war ziemlich spät dran, aber Elena war sehr gelassen und entspannt und wartete ohne zu murren ab, bis ich mich endlich in meine Sportkleider geschmissen und mir eine Yoga-Matte geschnappt hatte. Da ich nun mal immer relativ spät dran bin, war ich gleich positiv beeindruckt von so viel Gelassenheit. Noch beeindruckter war ich, als uns – zu unseren Yoga-Matten – auch noch Decken, Kissen und Augenkissen gereicht wurden. Das alles sah einfach so unglaublich gemütlich aus und erweckte bei mir sofort verzückte Erinnerungen an mein Bett und an ein ausgedehntes Schläfchen.


Doch wer nun denkt (und ja, ich muss zugeben, ich dachte daran) dass nun 75 Minuten Tiefschlaf folgen würden, der irrt. Denn die Übungen, die Elena mit uns gemacht hat, hatten es in sich, ohne aber zu überfordern oder zu irritieren. Und auch, wenn Sie vorgab: „Nun das Bein gerade nach oben strecken“ und man sich heimlich fragte: „Welche Gelenke muss ich aushebeln können, um dieses Bein nun in dieser Position nach oben zu bekommen?“ kam man sich doch nie doof vor. Vielleicht, weil man in dem Moment viel zu sehr in die Yoga-Welt abgetaucht ist. Oder weil gar keine Zeit blieb, sich selbst und seine Ungelenkigkeit zu hinterfragen: Die ganzen 75 Minuten glitten dahin, in einer ausgewogenen Mischung aus Anspannung und Entspannung.Und was während des Kurses seinen Anfang fand, hatte mich nach dem Kurs voll und ganz eingeholt: Gelassenheit, Zufriedenheit und der Muskelkater, der auch nicht zu verachten war.
Und jetzt sitze ich hier, schreibe diesen Bericht über den Kurs bei Elena, den ich wärmstens empfehlen kann und freue mich, auch mal ein Stündchen bei Heidi auszuprobieren. Und muss doch kurz einmal raus, an die frische Luft, ab in die Kälte.
Denn es hat mich gepackt: Das Yoga-Fieber.

 

 

Für wen?  Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene
Kosten?    Drop-In: 10€ / 10er-Karte: 90€
Wo?           Yoga Love (Mamaspa), Augustenstraße 2, Stuttgart
Wann?      Jeden Freitag, 18:30 – 19:45 Uhr

Weitere Infos gibt es über www.lightbomb.de oder über www.kurmasana.de

Blendend ausgeblendet

Schon früh habe ich angefangen, den passenden Sport für mich zu finden. Bereits mit 4 stand ich im Ballettunterricht. Selbstverständlich war ich mit meinen kurzen Haaren und meinen schokoladenbelasteten Speckbeinchen nicht gerade prädestiniert dafür, einmal als Tänzerin groß rauszukommen. Groß wurde ich ja bekanntlich nie. Und Balletttänzerin wurde ich auch nicht. Das blaue Tutu, der weiße, fließende Rock, die rosa Spitzenschuhe und die weißen Ballettschühchen. All das Equipment sah unvergleichlich bezaubernd aus. Und verlor gleichzeitig so dermaßen an Anmut, sobald ich drinsteckte, sodass ich nach ein paar Jahren harten Trainings den Ballettschuh an den Nagel hängte. „Werd‘ doch Funkenmariechen“, schlug mein Opa damals entzückt vor, als ich am Mittagstisch mit meiner Mama darüber nachdachte, welcher Sport für mich der richtige sein könnte. Wer nicht ins Balletttraining passt, der passt auch ziemlich sicher nicht in die Garde – auf diesen Gedanken hätte man schon kommen können. Nicht aber mein Opa, der stolze Präsident vom Karnevalsverein meiner Heimatstadt. Und auch nicht ich, der größte kleine Fan meines Opas. Und auch nicht meine Mama, die sich freute, dass ich überhaupt Ambitionen zeigte, einen weiteren Sport auszuprobieren. Außerdem ist meine Mama noch heute der größte Fan von mir. Das wissen aber nur Sie und ich. Gesagt hat Sie es zwar nie, aber man sieht’s in Ihrem Blick.

Und so stolzierte ich, gemeinsam mit einer damaligen Freundin  dank meiner Überredungskünste („Du kommst mit oder ich rede nicht mehr mit Dir“) ins Gardetraining. Das Training ging eine Stunde. Ich beschloss bereits nach 40 Minuten das Thema Garde doch den anderen Mädchen zu überlassen und mir einen alternativen Sport zu suchen. „Spiel doch mal Tennis!“ motivierte mich meine älteste Schwester Maria. Sie selbst spielte Tennis und ich musste schon zugeben, dass Sie in Ihren Sportsachen auf dem Tennisfeld, mit dem großen Schläger, unglaublich sportlich aussah. Was ich damals noch nicht wirklich begriff: Im Gegensatz zu mir war Sie auch sportlich. Für mich stand jedoch fest: Ich spiele Tennis. Auch diesem Versuch stimmte meine Mutter zu und brachte mich zum ersten Training. Ich fand Gefallen daran, endlich mal etwas mit Action zu machen. Und ich ging auch wirklich gerne ins Tennis. Damals. Ich würde vermutlich heute noch gehen, wenn dieses Netz in der Mitte nicht gewesen wäre. Und die Linie, die das „Aus“ markierte. Ach ja, und die Regeln. Und der Gegner. Und der Ball war auch manchmal uncool. Und so kamen wir, nämlich ich, meine Mama, meine Trainerin und alle, die mir mal beim Training zuguckten, zu dem Schluss, dass ich nicht fürs Tennis geboren war. Das machte aber gar nichts. Denn zu dieser Zeit hatten wir in der Schule gerade Badminton- und Fußball-Angebote, die ich mit vollem Engagement wahrnahm. Ich war auch ziemlich gut, fand ich. Das fand mein Lehrer auch. Und er meinte weiter, dass ich wirklich, wirklich gut werden könnte, wenn ich mehr zu einem Teamplayer werde und nicht immer alle Foule. Besonders die Fouls an meiner eigenen Mannschaft wurden mir erschreckend übel genommen. Ich wurde immer sofort vom Feld genommen, musste von der Bank den anderen beim Spielen zuschauen und einmal wurde ich sogar mehrfach (!) dazu genötigt, mich bei meiner besten Freundin Laura entschuldigen, weil Sie mit mir im Badminton-Doppel spielte und ich versehentlich Ihre Nase mit meinem Schläger blutig schlug. Ich fand, dass ich dieses Versehen wirklich gut mit der Tatsache erklären konnte, dass Laura mich um den Gewinn gebracht hatte, in dem Sie nicht zum Ball rannte. Mein Trainer befand, dass man trotz dem Willen zu gewinnen mit mehr Rücksicht spielen müsse. (Das wir gewonnen haben, das zählt wohl so gar nicht, was!?)
Und so kam es, dass Badminton und auch Fußball die beiden Sportarten wurden, von denen ich ganz unfreiwillig verbannt wurde. Zu meinem Bedauern. Und zur Erleichterung meiner Freundin Laura und Ihrer Nase.

Rückblickend betrachtet, scheine ich einfach für Sport nicht gemacht zu sein. Oder gibt es einfach keinen Sport, der für mich gemacht ist? Und ja, ich habe schon mehrfach nachgehakt: Schlafen, Shoppen und Stundenlang in High Heels zu laufen sind aktuell (noch) keine anerkannten Sportarten. Doch ich arbeite bereits daran.
Und bis es soweit ist, frage ich mich: Welcher Sport könnte mir mehr Erfolg versprechen, wo ich doch alle gängigen Sportarten bereits in Erwägung gezogen hatte?
„Also, ich war da letztens in Bikram-Yoga…“ höre ich meine Kollegin Sabrina berichten und google sofort drauf los. So, so. Yoga bei 40 Grad. Klingt mal nach etwas außergewöhnlichem, etwas, von dem ich vorher noch nie gehört hatte und bei dem die Wahrscheinlichkeit, versehentlich andere Nasen blutig zu schlagen, sehr gering scheint. Und so schnappe ich mir meine Freundin Bridget und mache mich auf den Weg ins Bikram-Yoga-Studio.

„Mannomann, Yoga bei 40 Grad. Das ist bestimmt nicht ohne!“ meint Bridget.
„Absolut!“ Stimme ich ohne zu zögern zu und bin voll und ganz davon überzeugt, hier den richtigen Sport für mich gefunden zu haben.
Das glaube ich wirklich.
Bis mir beim Betreten des Studios siedend heiß etwas einfällt:
„Ey Bridget“ flüstere ich. „Du…eigentlich hasse ich ja Hitze!“
„Hitze ist nur ein Gefühl, blende es einfach aus“, interveniert die Yoga-Trainerin in meditativer Gelassenheit.
„Okay, das versuche ich“, lächle ich entspannt zurück.
WOW! Wie ich diesen Sport einfach sowas von rocken werde!
Motiviert stolziere ich in die Umkleide und freue mich aufs Yoga, aufs Training, auf die Hitze und aufs Ausblenden.
Bis ich meine Sporttasche öffne und bemerke, dass ich in der morgendlichen Hektik offenbar meine lange Thermo-Jogginghose und mein Thermoshirt (eigentlich geeignet für kühle Wintermorgende) eingepackt hatte.
„Jetzt nicht wirklich“ stöhnt Bridget und verrollt bei meiner Kleiderauswahl die Augen. Sie schüttelt ungläubig den Kopf.
Doch das blende ich einfach aus.
Oh. Ich wusste es.
Ich bin schon jetzt Profi. Irgendwie.

 


Photo Credits: https://www.flickr.com/photos/racheldtaylor/2345700632

Und dann ist da noch…Das Zimt & Zucker

Klar, über Zimt & Zucker auf Maultaschen lässt sich streiten (auch wenn es bei mir durchaus als Geheimtipp und Delikatesse durchgeht). Zimt & Zucker als Café in Stuttgart hingegen ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Hier sitze ich gerne mal mit meinem Laptop, schreibe eine neue Kolumne und trinke genüsslich und in Gedanken versunken einen Punsch. Oder zwei Punsche…Punschs…Pünsche…
Und während ich mich jetzt wirklich Frage, wie die Pluralform von „Punsch“ ist, kann ich nur weiter von dem Angebot schwärmen. Kuchen gibt es nämlich  nicht nur in lecker, sondern auch in glutenfrei. Und auch der Mittagstisch – der wahrlich nicht zu verachten ist – ist stehts als „Vegan“ oder „Glutenfrei“ ausgezeichnet. Ausgezeichnet finde ich.
Doch es ist letztendlich nicht der Punsch (ich glaube, es gibt den wirklich nur in Singular), der mich in das Café lockt . Auch nicht der Kuchen.
Nein, es ist die Atmosphäre, die mich dazu verleitet, immer wieder hinzugehen. Und auch Besucher, die zu mir nach Stuttgart kommen, werden von mir regelmäßig ins Zimt & Zucker entführt.
Ist das nicht langweilig? Absolut nicht. Denn da der Gast zur heißen Schokolade auch gleich den Stuhl unter sich und das schöne, große Bild an der Wand, kaufen kann, sieht es im Zimt & Zucker immer anders aus. Regelmäßig wird das Inventar neu aufgestockt und – passend zu den neuen Möbeln – neu dekoriert und gestrichen. Es sieht also immer anders aus, in meinem Lieblingscafé im Heusteigviertel und hinterlässt so immer einen ganz neuen Eindruck. Nur eines bleibt immer gleich: Das gute Gefühl!
Die einzige Frage, die ich noch habe: Wann gibt es diese köstlichen Pancakes denn auch in glutenfrei?
Und bis mir diese Frage beantwortet wird, nehme ich zu dem großen Kaffee einfach die Blumenvase da hinten, statt der Cupcakes und freue mich zumindest einmal über die gesparten Kalorien.
Und zur Belohnung kaufe ich mir einfach um die Ecke zwei Bällchen Eis.

 

 

Das Café Zimt & Zucker findet Ihr
in der Weißenburgstr.2c, 70180 Stuttgart
http://zimtundzucker-stuttgart.de/

Bilder: Zimt & Zucker

Joana, jetzt mal Butter bei die Wassertiere!

Erst kürzlich machte ich mich auf, um einmal wieder meine Skifahrerkünste zum Besten zu geben. Vor der Abfahrt ahnte ich nur leider 3 Dinge nicht: Erstens: Meine Skifahrerkünste Skifahrerkünste zu nennen glich Ironie pur, denn, nein, von einer „Kunst“ kann bei mir hier leider keine Rede mehr sein. Zweitens: Eine Skijacke heißt deswegen Skijacke, weil man sie zum Skifahren anziehen sollte. Und nicht, um Sie zuhause zu lassen und groß zu Tönen: „Haha, wie Ihr Euch einfach alle so kaputtschwitzen werdet. Gut, dass ich keine Skijacke dabei habe!“ Drittens: Der Song „Joana, geboren um Liebe zu geben“ kann und WIRD in Dauerschleife gespielt, wenn eine Johanna im Skiurlaub dabei ist. Und wenn diese Johanna um einen anderen Song bittet, wird der Song „Joana“ lediglich durch den Song „Give me hope, Joanna“ ersetzt. Und wenn Du selbst tätig wirst und die Boxen abstöpselst, fängt die ganze Truppe einfach an zu singen „Kannst Du pfeifen Johanna?“ von den Comedian Harmonists. Ja, mit dieser Songauswahl muss sich eine Johanna im Skiurlaub begnügen, mehr wird da nicht kommen.
Was aber sicher kommen wird, ist Hohn und Spott und viele, viele Sprüche, wenn dann auf der Piste bei gefühlten Minus 20 Grad und eisigem Wind die fehlende Skijacke zum Thema wird. „Ohhhhh ja, wir werden uns ja sooo kaputt Schwitzen“, imitierte mich Vivi höchst Sarkastisch, während ich mich heimlich fragte, ob ich es wohl mit steifgefrorenem Körper noch schaffen würde, Sie in den Schnee zu stupsen. Ich schaffte es nicht. Was aber wahrscheinlich gar nicht so an mir lag, sondern eher an Vivi, die den Umgang mit Ihrem Snowboard perfekt beherrschte. „Wie ein Fisch im Wasser “ musste ich laut und neidlos anerkennen, als Sie die Piste heruntersauste, worauf der Rest unserer Skitruppe fast von selbst in den Schnee kippte – vor Lachen. „Wie ein Fich im Wasser“, lachte Michael und verdeutlichte mir einmal mehr, dass mir durch das komplette Wochenende nun Witze bezüglich meiner Aussprache drohten, nur wegen diesem dummen Satz mit diesem dummen Fisch. Die Skitruppe ist nämlich der festen Überzeugung, dass ich ein SCH immer als CH ausspreche. Was mir dann stets als sprachliche Behinderung angekreidet und als Startschuss verwendet wird, wirklich jedes Wort mit SCH mit voller Absicht falsch auszusprechen. „Gibt es heute Abend eigentlich Fleich? Und bringt Ihr das dann an den Tich?“ ruft Walter mir entgegen und lacht. Alle lachen. Ich lache nicht, sondern sause die Piste hinunter und frage mich, während der eisige Fahrtwind durch meine nicht-vorhandene Skijacke dringt: „Wie konnte es soweit kommen? Und wie kann ich diesen Witz in Dauerschleife nur wieder abstellen?“
Zurück auf der Hütte hatte sich dann alles wieder akklimatisiert. Die Witze der Reisetruppe wurden weniger, meine Körpertemperatur schaffte es wieder aus dem Gefrierpunkt heraus und ich fiel erschöpft ins Bett. „Wenigstens schlafen kann man in Ruhe“, dachte ich beim dahinschlummern und lächelte entspannt. Hätte ich gewusst, dass mir noch am gleichen Abend die Zimmertür ausgehängt, neben mich gelegt und wieder einmal „Joana“ in Dauerschleife in ca. 120 dB gespielt wird (auf Wikipedia steht, dass 120 dB eine gehörschädigende Wirkung haben. Und da der Song alleine schon eine Gehörschädigende Wirkung hat, werden es wohl so 120 dB gewesen sein), ja, hätte ich das gewusst, ich hätte diese kurzzeitige Entspannung wahrscheinlich doppelt genossen.
Und so finde ich mich, wie schon angekündigt, nur kurze Zeit später in meinem Bett wieder. Zu meiner linken: Die Tür, die eigentlich in die Halterung am Türrahmen gehörte. Zu meiner rechten: Das Fenster, aus dem gestern erst meine Bettwäsche mitsamt meiner Laune hinausgeschmissen wurde. Zum Glück holte Vivi, die Ihre Bettwäsche ebenfalls vor unserem Fenster in der freien Natur fand, meine Bettwäsche gleich wieder mit ins Zimmer und rettete damit auch meine Laune.
Aber dennoch: Ausgehängte Tür? Ich konnte es nicht glauben! „Ihr hängt jetzt nicht wirklich eine Tür aus?“ fragte ich ungläubig in die Runde, hielt meine Bettdecke mit aller Kraft um mich herumgewickelt, damit Sie mir nicht wieder entwendet wurde und sah dabei ein bisschen aus, wie das was wir am Abend zuvor gegessen hatten: Ein Wrap.
„Das mussten wir“, grinste mir Stefan entgegen. „Wegen der Statiküberpüfung und so!“ Die anderen nickten einstimmig. Und ich schüttelte nur den Kopf. Doch jetzt wo ich wach war, konnte ich mich auch zu den anderen gesellen (ohne Tür war mein Zimmer ja sowieso nicht mehr ganz so existent). „Ich setz mich mal zu Euch an den T… Essplatz“, korrigierte  ich mich gerade noch rechtzeitig, als ich bemerkte, dass bei der Ankündigung des Wortes „Tisch“ alle schon die Ohren spitzten. „So, so. Jetzt werden alle Worte mit „sch“ wohl umgangen?“, fragte Vivi lachend und ergänzte: „Und was schwimmt im Meer und wird so gern geangelt?“ „Na…Wassertiere“, antworte ich locker. Und innerlich fühle ich mich jetzt so überlegen.
Alle sind still, keiner kann mehr einen Witz machen. „Willst Du jetzt immer so reden?“ fragte mich Michael besorgt. Man merkte, er hatte Angst, dass er nun um seine zukünftigen Witze gebracht wurde.
„Das ist doch nicht Dein Ernst!“ ruft Walter.
„Das ist doch jetzt nicht wirklich Dein Plan!?“ ruft Stefan.
„Nie wieder „Fisch“ zu sagen, willst Du das wirklich?“ fragt Vivi entsetzt und ergänzt grinsend: „Jetzt mal Butter bei die Wassertiere!“
Im Hintergrund startet wieder der Song: Joana, geboren um Liebe zu geben.
Und ich seufze auf und frage in die Runde: „Was habe ich nur falch gemacht?“
Wieder lachen alle.
Ich stapfe in mein Zimmer.
Und läge die Zimmertür nicht noch immer ausgehängt in meinem Bett, ich hätte Sie wohl zugeknallt.
Ich Chwörs.

 

 


 

Photo Credits: https://www.flickr.com/photos/timeyres/16403129589